2. Punktspiel

Eimsbüttel 2.B : SV N.A. 2.B ausgefallen oder so, man weiss es nicht so genau....

 

Das war mal wieder einer dieser Tage, an denen man gar nicht fassen kann, was man da so erleben darf. Wo man die ganze Zeit die versteckte Kamera sucht und gar nicht glauben will, das keine einzige zu sehen ist...

Angekommen in Eimsbüttel konnten wir uns noch die heftige 1:6 Klatsche unserer B-VL anschauen, und die Jungs nahmen sich vor, den Spieltag ETV : SV N.A. noch ausgeglichen zu gestalten. Eine Viertelstunde nach der angesetzten Anstosszeit standen beide Mannschaften gebügelt und gegelt auf dem Kunstrasen, der Schiedsrichter war auch erschienen und stand am Spielfeldrand. Doch: Nix passierte....

Ich dachte, ich trab mal zum Mann mit der Pfeife und frag mal fröhlich-frech, woran es denn noch hakt, schliesslich zeigte die Uhr schon 19.45 Uhr, und wenigstens das Sportstudio wollten wir noch sehen. Die Antwort des Schieris auf die Frage nach dem Grund der Verzögerung lautete lapidar: „Ich pfeife dieses Spiel nicht an, weil ich mein Geld nicht bekommen habe.“ Öhm, ok?

In den Durchführungsbestimmungen des HFV steht’s tatsächlich drin. Schiedsrichter sollen ihren Obulus (Fahrgeld usw) unaufgefordert vor Spielbeginn bekommen. In der Praxis läuft das aber anders, ich hab es bisher noch nie erlebt, dass die Auslagen vor Spielbeginn erstattet wurden, üblich ist das eher nach dem Spiel.

Aber dieser Unparteiische wollte anscheinend ein Exempel statuieren, weil er in der Vergangenheit schon einmal Stress mit ETV-Verantwortlichen hatte, und hatte sich nun ausgerechnet unser Punktspiel dafür ausgesucht. Ja nee, is klar. Ich also zu den am Spielfeldrand stehenden ETV-Kollegen rübergedackelt und ihnen die Sachlage erklärt. „So ein Blödsinn, Geld gibt’s nur nach erbrachter Leistung“ war die ungemein hilfreiche Antwort. Auf meinen Einwand, dass aber sonst hier kein Spiel stattfinden würde, kam ein klein wenig Bewegung in die Sache, nun wurde diskutiert, ob a.) der Schieri denn nun völlig verrückt geworden sei und b.) wer ihm denn jetzt das Geld in die Hand drücken  müsste. „Trainer der Mannschaft 2.B“  war dann die einhellige Meinung.

Also trabt der Brozza-Onkel zum gegnerischen Trainer, sagt wieder sein Sprüchlein auf, und dieser geht dann mit Euros in der Hand zum Schiedsrichter. Aber da war schon alles gelaufen, an Geld hatte er kein Interesse mehr, und das Spiel anpfeifen wollte er schon mal gar nicht.

Zurück auf dem Spielfeld war ich dann umringt von Jungs in grünen und roten Trikots, denen diese tolle Nachricht überbracht werden musste. Die Reaktionen darauf waren zum Teil nicht so, dass ich sie hier aufschreiben kann, einhellige Meinung war jedenfalls, dass alle kicken wollten und es ihnen kreuzlattenschnurzegal war, ob um Punkte oder als Test oder sonst oder was.


Die Trainer hatten nix dagegen, die anwesenden Eltern schauten auf ihre Uhren und knurrten auch ein „OK“, also machte sich unsere Allzweckwaffe Sabor bereit, das Spiel zu leiten, und los gings dann doch noch. So kamen wir dann noch zu einem unterhaltsamen Fussballspiel unter Flutlicht (jaa, spät war es geworden), was von den Grünen dank zu vieler Latten- und Pfostentreffer und etwas Pech in der Abwehr unglücklich 3:4 verloren wurde.

Was für ein Tag. Danke Herr Schiedsrichter, danke ETV , wir waren um 23.00 Uhr zu Hause.

 

 

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